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Zur Basilika St. Salvator Prüm

Infos zur Geschichte der Abtei und Basilika St. Salvator in Prüm
Pruem
Datum:
1. Mai 2024
Von:
Pfarrei Prümer Land
Jubiläum_Basilika_Pruem_MFischer2025

721 gründete die fränkische Edle Bertrada im Tal der Prüm ein Kloster mit irischen Mönchen aus Echternach. 752 erfolgte eine zweite Gründung durch König Pippin III., der eine Enkelin der Erstgründerin geheiratet hatte, mit Mönchen aus Meaux bei Paris, die nach der Regel des hl. Benedikt lebten. Das Kloster wurde das Haus- und Familienkloster der Karolinger. 1222 wurde es Mittelpunkt eines selbständigen Fürstentums, das 1576 vom Kurfürsten in Trier annektiert wurde. Abtsverwalter war fortan der Kurfürst und Erzbischof von Trier. Seit 1721 erfolgte der Neubau der Kirche und des Abteigebäudes. Im Rahmen der napoleonischen Säkularisation wurde die Abtei 1802 aufgehoben.

Prüm, das zunächst der Urpfarrei Rommersheim angehörte, wurde seit der Mitte des 15. Jahrhunderts vom Marienstift seelsorglich betreut. Das Marienstift war 1016 vom Prümer Abt Urold gegründet worden. Die Stiftskirche wurde Pfarrkirche. 1802 wurde die Klosterkirche, die heutige Basilika, Pfarrkirche und die Stiftskirche wurde 1826 abgerissen. 1827 wurde Prüm  Sitz eines Dekanates. 1945 an Weihnachten stürzte das Mittelschiff der Basilika aufgrund der Kriegsschäden ein, der Wiederaufbau wurde 1950 abgeschlossen, die Kirche erhielt den Titel „Basilika Minor“.

Architektur und Ausstattung

Zu Beginn des 18. Jahrhunderts traten bei der alten Kirche, der sog. „Goldenen Kirche“ ( der Name bezieht sich auf die Mosaikausstattung aus karolingischer Zeit) starke Schäden auf, die den Kurfürsten Franz-Ludwig von Pfalz-Neuburg ( 1716 – 1729) veranlassten, seinen Hofbaumeister Georg Judas  1721 mit dem Neubau der Kirche zu beauftragen. Der Nordturm blieb erhalten. Er zeigt noch heute den ursprünglichen Zustand mit gotischem Netzgewölbe. Hier befindet sich seit 1995 die Hl. Drei-Ärzte-Kapelle. Die Kirche vereinigt mehrere Baustile: romanisch, gotisch und barock.
Die Fassade der Kirche beeindruckt durch ihre Größe. Sie ist in drei Felder gegliedert und besitzt drei Portale. Besonders auffallend sind die Nischen mit den Figuren der Könige Pippin und Karl dem Großen, die reichdekorierte Muschelnische mit der Gottesmutter Maria auf einer Weltkugel im Mittelteil sowie die Figuren Christi, des hl. Benedikt und der hl. Scholastika ganz oben.
Beim Eintritt in die dreischiffige große Basilika fällt der Blick auf den mächtigen barocken Hochaltar, der von 1727 stammt und erst 1927 aus der Karmeliterkirche St. Nikolaus in Bad Kreuznach nach Prüm gekommen ist. Der Chorraum wird auf beiden Seiten vom Chorgestühl ( von 1731) umrahmt. Zwischen Hochaltar und Chorgestühl befindet sich links der Reliquienschrein aus dem 19. Jahrhundert mit den kostbaren Partikeln der Sandalen Christi, die König Pippin, der Gründer, seinem Hauskloster vermachte. Rechts vom Hochaltar befindet sich das Grabmal von Kaiser Lothar I., gestaltet als Steinhochgrab.  Lothar starb 855 in Prüm. Im Chorraum hängt rechts ein großer reich gestalteter Teppich, den 30 Prümer Frauen des Paramentenvereins 1908 - 1918 stickten. Eine weitere Sehenswürdigkeit ist die im gotischen und Renaissance-Stil im 16. Jhdt angefertigte Kanzel, deren Reliefbilder Szenen aus dem Leben Jesu zeigen. Im südlichen Seitenschiff befindet sich eine Grablegungsgruppe aus dem 16. Jhd., die ehemals in der alten Kalvarienbergkapelle gestanden hat. In ihrer Nähe steht der Taufstein aus dem Jahr 1520, der aus der alten Stiftskirche stammt. Am Eingang zur oben erwähnten Drei-Ärzte-Kapelle befindet sich eine Figurengruppe , die die Drei heiligen Ärzte (frühkirchliche Märtyrer) darstellt, deren Reliquien in einem Schrein in der Kapelle aufbewahrt werden. An der Rückwand der Kapelle befindet sich  – ebenfalls aus der alten Kalvarienbergkapelle – ein spätgotischer Passionsaltar. Im Westchor steht die Orgelempore zwischen den beiden Türmen. Das beeindruckende  Gehäuse der Orgel stammt aus dem Neubau des 18. Jhdts, während das Orgelwerk nach der Zerstörung im letzten Krieg von der Firma Klais aus Bonn 1973 angefertigt wurde. An der Seite der Orgel ist der Aufgang zu einem kleinen Turmzimmer mit gotischem Gewölbe im Nordturm.

( Quelle: Das Heft: Prüm/Eifel   Kath. Pfarrkirche St. Salvator von F.J. Faas, 10. Aufl. 2014)

 

Basilikajubiläum 2025:

Zeichen der Hoffnung und Ermutigung

Pfarrei Prümer Land St. Maximin feierte Erhebung der Salvator-Basilika vor 75 Jahren

Am Christkönigssonntag (23. November) hat die Pfarrei Prümer Land St. Maximin den 75. Jahrestag der Erhebung ihrer Pfarrkirche St. Salvator zur Päpstlichen „Basilica minor“ gefeiert. Als Vertreter des Heiligen Vaters stand der Apostolische Nuntius in Deutschland, Erzbischof Dr. Nikola Eterović, dem Pontifikalamt in der Karolingerstadt vor. Es konzelebrierten Pfarrer Christoph Kipper, Pfarrer Patrick Ringhausen und Pater Jineesh Emmanuel Manganthanath mit der Assistenz von Diakon Ingo Ruhe.

Nach den schwerwiegenden Zerstörungen des Zweiten Weltkriegs und den verheerenden Folgen einer Explosionskatastrophe 1949 erhob Papst Pius XII. die ehemalige Klosterkirche und damalige Pfarrkirche St. Salvator zur „Basilica minor“. Daran erinnerte Pfarrer Kipper, zugleich Dekan des Pastoralen Raums Prüm. Die Erhebung haben die Verbundenheit mit der Weltkirche gestärkt, betonte er zu Beginn des Gottesdienstes. Am 10. Juni 1950 verlieh der Papst der Prümer Kirche durch ein Apostolisches Schreiben den Titel. „Dies war nach den großen Mühen des Wiederaufbaus damals wie heute eine besondere Ehre und nicht zuletzt ein Zeichen der Hoffnung und Ermutigung für Prüm und die ganze Region“, hob Kipper hervor. Feierlich begangen wurde die Erhebung am 26. November 1950 mit der Verlesung des päpstlichen „Breve“ (formelles Schreiben). Als äußere Zeichen erhielt die neue Basilika das Tintinnabulum – ein an einer Tragstange befestigtes Glöckchen – sowie das Padiglione, einen buntgestreiften Baldachin. Im Auftrag von Bischof Franz-Rudolf Bornewasser nahm der damalige Trierer Weihbischof Dr. Bernhard Stein an den Feierlichkeiten teil.

Erhebung als Zeichen der Verbundenheit mit der Universalkirche

In seiner Predigt erinnerte Erzbischof Eterović an die bewegte Geschichte der Prümer Abtei und an die Einweihung der Klosterkirche im Jahr 799 durch Papst Leo III. im Beisein Karls des Großen. Besonders hob er die Bedeutung des Grabes von Kaiser Lothar I. sowie der Reliquien der Sandalen Christi hervor. Nach dem Krieg sei Prüm zu 80 Prozent zerstört gewesen. Die Menschen hätten damals verstanden, was es bedeute, physische wie seelische Wunden zu heilen. Als Zeichen der Verbundenheit mit der Universalkirche habe Papst Pius XII. die Kirche im Heiligen Jahr 1950 zur Basilica minor erhoben.

Eterović ging auch auf die Verehrung der Heiligen Drei Ärzte – Marius, Abachum und Audifax – ein, die den Menschen helfen sollen, aus der Finsternis herauszutreten. „In den Sandalen Christi wollen wir sinnbildlich gehen, indem wir einander in Liebe zuhören und die Freude des Miteinanders teilen“, erklärte er. Mit Blick auf das Heilige Jahr 2025 erinnerte er daran, dass „wir alle ein Leben lang Pilger der Hoffnung sind und an den Herrn glauben, der bis zum letzten Atemzug am Kreuz die wahre Liebe schenkt.“ Vor dem Apostolischen Segen wurde der Reliquienschrein mit den Sandalen Christi geöffnet.

Musikalisch gestaltet wurde der Gottesdienst von den Kirchenchören aus Olzheim und Rommersheim, dem Oberstufenchor des Regino-Gymnasiums Prüm, dem Chor Con Spirito sowie von Bläsern des Musikvereins 1834 Prüm.

Das 75-jährige Jubiläum hatte mit der Vorstellung des Buches „Prümer Album“ von Monika Rolef sowie der Eröffnung der Ausstellung „Menschen zwischen Trümmern und Wiederaufbau“ im Seitenschiff der Basilika begonnen.

Im Anschluss an den Gottesdienst bot ein Empfang im ehemaligen Prümer Konvikt Gelegenheit zu Begegnung und Austausch. Es folgte in der früheren Konviktskapelle ein Festvortrag von Prof. Dr. Bernhard Schneider zum Thema „Als das Konzil in Prüm ankam. Der Prümer Konzilstag 1966 und sein (kirchen-)historischer Kontext“.

(red/JR) Bischöfliche Pressestelle Trier